Friedpark: Dreifaltigkeits-Friedhof I
  Gedächtnisstätte
Ehrengrab

Felix Ludwig Sebastian Hensel

geboren am: 16.06.1830
gestorben am: 13.01.1898

 

Landwirt, Unternehmer, Schriftsteller
 
Seine Eltern Wilhelm und Fanny Hensel hatten gehofft, er würde Maler werden. Seine Schwärmerei galt jedoch dem Leben auf dem Lande, das er bei Ferienaufenthalten auf dem Familiengut seines Hauslehrers kennen lernen konnte.
Mit seinem Onkel Paul Mendelssohn Bartholdy, der ihn nach dem frühen Tod der Mutter in seine Obhut nahm, fand er einen väterlichen Berater, der ihn auch in seiner Ausbildung zum Landwirt bestärkte. Sebastian begann auf Gut Runow/ Pommern, wechselte dann in die Niederlausitz und lernte ab 1850 die Schafzucht im schlesischen Kunzendorf.
Nach erfolgreichem Abschluss der privilegierten landwirtschaftlichen Akademie in Hohenheim übernahm er 1854 die alleinige Verwaltung für Gut Luggendorf/Priegnitz und sammelte erste praktische Erfahrungen. Mit dem Kauf von Gut Barthen bei Königsberg, das er von 1856 bis 1873 bewirtschaftete, fühlte er sich beruflich etabliert - nannte sich scherzhaft „Rittergutsbesitzer“. Diese, wie er beschrieb, glücklichste Zeit verbrachte er hier mit seiner Frau Juliette, Tochter des kaiserlich russischen Konsuls von Adelson, die er 1856 geheiratet hatte und seinen Kindern. 1869 jedoch sah er sich gezwungen, die Familie nach Berlin zu schicken, da sich klimabedingt eine Art Malaria, ohne Aussicht auf Heilung in dieser Gegend, bei Juliette und Sohn Paul einstellte. Nur mit großem Verlust konnte er Gut Barthen verkaufen.
In Berlin bekam Hensel durch Adalbert Delbrück, der ihm die Partnerschaft bei der neu etablierten „Deutschen Baugesellschaft“ anbot, im boomenden Baugewerbe eine neue Chance. Erstes Großprojekt - der Bau des Grandhotels „Kaiserhof“ am Wilhelmplatz, das 1875 im Beisein Kaiser Wilhelm I. eingeweiht, schon 10 Tage später völlig abbrannte. Wieder aufgebaut stand es bis 1880 unter Hensels Leitung. Die ursprünglich geplanten, Erfolg versprechenden Markthallen wurden jedoch erst nach Fertigstellung der Stadtbahn 1882 genehmigt und 1886,
mit Eröffnung der ersten „Zentralmarkthalle am Alexanderplatz“, ein Erfolg.
Trotz seiner geschäftlichen Sorgfalt geriet das Unternehmen 1889 in die Hände von Opponenten. Für Hensel war das Berufsleben abermals unfreiwillig beendet.

Von Sebastian Hensel veröffentlichte Werke:
„Die Familie Mendelssohn 1729-1747“, ursprünglich für seine Kinder als Familiengeschichte zusammengestellt, erschien erstmals 1879 mit großem Erfolg,
„Die Zugvögel“, ebenfalls für seine Kinder geschrieben und illustriert,
„Ein Lebensbild aus Deutschlands Lehrjahren“,
„Römische Kaisergeschichte: nach Vorlesungsmitschriften von Sebastian und Paul Hensel 1882/86“ veröffentlicht von Theodor Mommsen