Friedpark: Urnenfriedhof Gerichtstraße
  Gedächtnisstätte

Eugen Gutmann

geboren am: 24.06.1840
gestorben am: 21.08.1925

 

Bankier
 

Eugen Gutmann, der Gründer der Dresdner Bank, sagte einmal, „dass jeder kleinste Beamte, ja, jedes Dienstmädchen, ein Dispositenkonto haben müsse“.

Eugen Gutmann wurde in Dresden als Sohn jüdischer Eltern geboren. Nach seinem Schulabschluss absolvierte er eine Lehre im Bankhaus Günther und Palmié. Über eine kurze unbefriedigende Beschäftigung im Holzgewerbe betätigte sich Gutmann als Teilhaber in der renommierten Privatbank der befreundeten Familie von Kaskel, denen er riet, das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Hieraus ging die Dresdner Bank hervor, die G. zusammen mit Vertretern anderer Geldinstitute am 12.11.1872 gründete. Durch geschicktes Handeln konnte Gutmann die Folgen des „Wiener Krachs“ abwenden. Er etablierte sich mit seiner Bank fest im sächsischen Wirtschaftsleben und ging auch internationale Beziehungen ein, besonders mit Österreich. Im Jahre 1881 errichtete der Bankier eine Niederlassung in Berlin, die drei Jahre später Firmenhauptsitz wurde und sich zu einer Großbank von Weltruf entwickelte. Gutmann gehörte zu den ersten deutschen Bankdirektoren, die sich für den Aufbau eines Bankfilialnetzes aussprachen.

Die Dresdner Bank förderte maßgeblich die Entwicklung vieler deutscher Aktiengesellschaften: so z. B. des Loewe-Konzerns, der Gelsenkirchener Bergwerks AG, der Deutsch-Österreichischen- und der Saar- und Mosel- Bergwerks-Gesellschaft. Um die Jahrhundertwende übernahm die Dresdner Bank die Deutsche Genossenschaftsbank. Sie entsprach dem Kreditbedürfnis des gewerblichen Mittelstandes und wurde zum Geldinstitut mit dem umfangreichsten Giroverkehr. Durch mehrere Fusionen und Übernahmen wurde das Jahr 1904 für die Dresdner Bank unter der Leitung von Gutmann besonders erfolgreich. Des Weiteren gehörte er 1905 zu den Mitbegründern der Deutschen Orientbank und der Deutsch-Südamerikanischen Bank.

Bis zum Jahre 1920 war der Bankier Vorstandsvorsitzender, danach bis zu seinem Tod Ehrenpräsident der Dresdner Bank.

Anlässlich des 130. Geburtstages der Dresdner Bank wurde am 12. November 2002 die Eugen-Gutmann-Gesellschaft e. V. ins Leben gerufen, die sich die Dokumentation und Bewahrung der Geschichte dieser und anderer Privatbanken zum Ziel gesetzt hat.

Familiengrabanlage von Architekt Franz Seeck; Abt: III, G3