Friedpark: Friedhof Heerstraße
  Gedächtnisstätte

ehem. Ehrengrab

Michael Bohnen

geboren am: 02.05.1887
gestorben am: 26.04.1965

 

Opernsänger, Schauspieler
 
Der in Köln geborene Michael Bohnen debütierte nach seinem Gesangstudium 1910 am Düsseldorfer Opernhaus. Von 1911 bis 1914 trat er am Hoftheater Wiesbaden auf. Es folgte die Berliner Hofoper, wo er im 'Parzifal' seinen ersten Triumph erlebte.

In seiner Militärzeit gründete er einen 200 Mann starken Soldatenchor, mit dem er in mehreren deutschen Städten gastierte.
1916 setzte er die Karriere an der Berliner Hofoper fort und blieb dort bis 1918.
Zahlreiche Gastspiele in großen europäischen sowie auch überseeischen Opernhäuser festigten seinen Ruf als führender Bassbariton Deutschlands im 20. Jahrhundert.
10 Jahre feierte er große Erfolge an der Metropoliten Oper in New York. Er war ein Star. In 175 Vorstellungen sang er insgesamt 21 verschiedene Partien. Vor allem brillierte Bohnen als Wagnersänger.

Michael Bohnen hatte nicht nur musikalisches Talent. Er war ein guter Schauspieler. Bereits 1919 trat er zum ersten Mal in einem Stummfilm auf. Zahlreiche Rollen in Stumm- und Tonfilmen folgten. Er produzierte Stummfilme mit der eigenen 'Bohnen Film GmbH'.
1932 kehrte Bohnen nach Deutschland zurück. Er war an der Deutschen Oper Berlin engagiert und spielte in zahlreichen Filmen mit. Als er sich jedoch weigerte, in Propagandafilmen der Nazis mitzuwirken, wurde sein Sohn als Frontpriester eingezogen. Er starb im Kaukasus.

Nach dem Krieg wurde Bohnen zum Nazi-Sympathisanten erklärt. Er erhielt ein vierjähriges Auftrittsverbot. Später wurde er rehabilitiert.
Von 1945 bis 1947 war Bohnen Intendant der Städtischen Oper Berlin. Er beteiligte sich maßgeblich am Wiederaufbau des Berliner Opernlebens.
1951 verabschiedete er sich von der Bühne.

Für seine Lebensleistungen erhielt Michael Bohnen 1952 den Goethepreis der Stadt Berlin (Ost) und 1957 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der BRD.
Der Michael-Bohnen-Ring in Berlin-Neukölln und eine Gedenktafel an seinem früheren Wohnhaus (Kurfürstendamm 50) erinnern an ihn.

Filme u.a.:
'Tiefland' 1922; 'Kopf hoch, Charly!' 1926; 'Casanova' 1928; 'August der Starke' 1936; 'Das unsterbliche Herz' 1939, 'Achtung! Feind hört mit!' 1940; 'Münchhausen' 1942; 'Berliner Frühling' 1957

Grabstelle: Abt. 18-B-9