Friedpark: Friedhof Adlershof
  Gedächtnisstätte

Max Karl Justus Goosmann

geboren am: 20.08.1899
gestorben am: 08.11.1971

 

Pfarrer
 
Max Goosmann wurde in Berlin geboren. Er war der Sohn von Emmy Goosmann und des jüdischen Assessors Max Flatau.

Nach einem Notabitur im Jahr 1917 wurde er eingezogen und war bis Ende des 1. Weltkrieges Soldat. Nach Ende des Krieges begann er ein Theologiestudium in Berlin. 1922 legte er das 1. Theologische Examen und im Herbst des darauffolgenden Jahres das 2. Theologische Examen ab.

Nach Abschluss seines Studiums war er zunächst Pfarrer einer Gemeinde in Brasilien, bevor er 1925 Geschäftsführer des Ev. Preßverbandes für Brandenburg wurde.

Im Jahr 1929 übernahm Max Goosmann die 2. Pfarrstelle in Adlershof. Ab 1933 hatte Pfarrer Goosmann wegen seines jüdischen Vaters unter ständigen Repressalien zu leiden. Er trat im September 1933 dem gerade gegründeten Pfarrernotbund bei und war Mitglied der Bekennenden Kirche. Seine Herkunft und seine unbeugsame Haltung führten schließlich zu seiner Zwangsbeurlaubung.

Um weitere Auseinandersetzungen zu vermeiden, meldete Goosmann sich im Januar 1940 freiwillig zur Wehrmacht. Bis zu seiner Entlassung im Jahr 1943 war er im Sanitätsdienst eingesetzt.

Der Grund für die Entlassung war wiederum seine „nichtarische Herkunft“. Max Goosmann stellte einen Antrag an das „Sippenamt“ und wurde schließlich vom diesem im Juni 1943 für „arisch“ erklärt. Mit dieser Erklärung wurde er im August 1943 wieder als Pfarrer in Adlershof eingesetzt.

Er blieb auch nach dem Krieg Pfarrer der Verklärungskirche. Nach seinem Tod im Jahr 1971 wurde Pfarrer Max Goosmann auf dem Friedhof Adlershof beigesetzt.