Friedpark: Friedhof Heerstraße
  Gedächtnisstätte

Karl John

geboren am: 24.03.1905
gestorben am: 22.12.1977

 

Schauspieler
 
Der in Köln geborene, aber in Zappot bei Danzig aufgewachsene Karl John studierte zunächst Architektur an den Technischen Universitäten in Danzig und Berlin.
Seine Begeisterung für das Theater veranlasste ihn, nach wenigen Semestern an die Staatliche Schauspielschule in Berlin zu wechseln. 1932 debütierte er an einem Theater in Bunzlau und hatte seine erste kleine Filmrolle in dem Film 'Der weiße Dämon'.
Nach Theaterengagements in Dessau, Kassel und Königsberg wurde er 1938 von
Heinz Hilpert an das Deutsche Theater in Berlin geholt. Im Film verkörperte Karl John wegen seiner Physiognomie, seines Auftretens und seiner Stimme vorwiegend Soldaten.
Bekannt wurde er 1942 durch die Filmrolle in 'Zwei in einer großen Stadt'.
1943 nahm er nach der Uraufführung des Films 'Großstadtmelodie' an einer Teegesellschaft teil und äußerte sich leichtfertig über Hitlers Schicksal nach dem Krieg. Er sagte: 'Er wird an einer Kette mit einer Sammelbüchse des Winterhilfswerks quer durch Deutschland geführt. Jeder darf ihn anspucken. Einmal Anspucken kostet eine Mark'. Diese Bemerkung hätte John fast das Leben gekostet. Um dem Zugriff der Gestapo zu entgehen, ließ er sich nach einem vorgetäuschten Treppensturz am Bahnhof Friedrichstraße wochenlang auf 'Schädelbasisbruch' behandeln. Ein anderer Teilnehmer dieser Teerunde, der
Kabarettist Bobby Dorsey, wurde dafür hingerichtet.

Nach dem 2. Weltkrieg legte Karl John seinen schauspielerischen Schwerpunkt auf das Theater. Er spielte vor allem im Schauspielhaus und im Thalia-Theater in Hamburg und feierte große Erfolge als Charakterschauspieler in den Rollen als 'Prinz von Homburg' und
'Mackie Messer'. Auch in deutschen Nachkriegsfilmen stellte er hauptsächlich wieder Wehrmachtsangehörige dar, unter anderem in 'Des Teufels General' (1955),
'Hunde, wollt ihr ewig leben' 1957, 'The Longest Day – Der längste Tag' (1962).
Ab Mitte der 60er Jahre beteiligte sich John vorwiegend an Fernsehproduktionen, er hatte Auftritte in 'Derrick', 'Der Kommissar' und 'Tatort' und machte sich auch als Chansonsänger einen Namen. Er sang meistens Seemannslieder, die er oftmals selbst vertonte und textete. Der Text zu dem Hans-Albers-Song 'Einmal noch nach Bombay' stammte auch von ihm.
Er trat unter anderem in Münchens berühmten Nachkriegskabarett 'Schaubude' auf.
Karl John verstarb während einer Tournee mit dem Theaterstück 'Mond über dem Fluss'
in Gütersloh.

Filme u.a.:
'Weiße Sklaven' 1936; 'Kora Terry' 1940; 'Stukas' 1941; 'U-Boote westwärts' 1941;
'Andreas Schlüter' 1942; 'In jenen Tagen' 1947; 'Liebe 47' 1948; 'Die letzte Nacht' 1949;
'Weg ohne Umkehr' 1953; 'An heiligen Wassern' 1960; 'Der Hexer' 1964;
'Neues vom Hexer' 1965; 'Pusteblume' 1974; 'Sorcerer' 1977.

Grabstelle: Abt. 16 D - 32/33