Friedpark: Friedhof Heerstraße
  Gedächtnisstätte

Hella Moja

geboren am: 02.02.1890
gestorben im: 12.1951

 

Schauspielerin, Drehbuchautorin,
Produzentin
 

Die in Ciemin-Zab./Russland geborene Hella Moja hieß eigentlich Helene Morawsky oder Helene Schwerdtfeger. (Die Quellen weisen unterschiedliche Geburtsdaten und -orte auf.)
Sie trat unter verschiedenen Pseudonymen in Erscheinung, hauptsächlich als Hella Moja,
ab 1934 änderte sie ihren Namen in Helka Moroff, 1937 stellte sie den Antrag auf Pseudonymänderung in Elka Moroff und seit 1942 nannte sie sich Hella Sewa.
Sie war zunächst als Übersetzerin für Polnisch und Russisch tätig, arbeitete dann als Schriftstellerin für die Deutsche Presse-Korrespondenz in Hannover und als Autorin des Ullstein- und Scherl-Verlages. Hella Moja zeigte Interesse am Theaterleben und nahm deshalb Schauspielunterricht, u.a. bei der bekannten Frida Richard. Ihre schauspielerische Laufbahn begann zuerst mit Statistenrollen im Lessing-Theater in Berlin, später trat sie in verschiedenen Berliner Theatern, unter anderem dem 'Folies Caprice' auf und spielte zahlreiche Hauptrollen, beispielsweise abwechselnd mit Käte Haack in dem Stück
'Seine einzige Frau' im Lessing-Theater. Auch beim Film machte sie schnell Karriere und wurde nach der Entdeckung durch den Schauspieler und Regisseur Alwin Neuss und ihrem Engagement bei der Decla-Filmgesellschaft in kurzer Zeit sehr populär. Ab 1915 drehte sie einen Film nach dem anderen. Hella Moja zählte in den 10er Jahren des 20. Jahrhunderts zu den erfolgreichsten Darstellerinnen des deutschen Stummfilms. Für die Verkörperung ihrer Filmrolle in 'Wundersam ist das Märchen der Liebe' (1918) erhielt sie besonders von der Presse großes Lob. 1918 gründete sie ihre eigene Produktionsgesellschaft, die
'Hella-Moja-Filmgesellschaft'. In den 20er Jahren war der Zenit ihrer Schauspielkarriere überschritten, das Interesse des Publikums nahm ab und die Tonfilmära beendete endgültig ihre Leinwandkarriere. Sie wandte sich nun wieder der Schriftstellerei zu und verfasste 1925-1936 mehrere Drehbücher. Auf Grund der Machtübernahme der Nationalsozialisten bekam Hella Moja erhebliche Probleme, als sie 1938 beim Nachweis ihrer 'arischen' Abstammung ihren Geburtsort in Russland angeben musste. Im Dezember 1938 erfolgte deshalb ihr Ausschluss aus der Reichsschrifttumskammer (RSK) mit der Begründung: 'Sie sei lediglich nebenberuflich schriftstellerisch tätig'. Von 1942 bis 1951 arbeitete sie unter dem Namen Hella Sewa im Kieler Stadttheater als Souffleuse und verübte im Dezember 1951 Selbstmord.
Filme u.a.:
'Der Krieg versöhnt' 1915; 'Die weiße Rose' 1915; 'Der Weg der Tränen' 1916;
'Der Schwur der Renate Rabenau' 1916; 'Die Fremde' 1917;
'Das verwunschene Schloss' 1918;'Abgrund der Seele' 1920; 'Gräfin Walewska' 1920; 'Figaros Hochzeit' 1920; 'Der Mann um Mitternacht' 1924; 'Die Straße des Vergessens' 1925; 'U 9 Weddigen' 1927; 'Das Karussell des Todes'. 1928

Die Grabstätte von Hella Moja wurde eingeebnet.